{ how I edit my photos }

|by | Photography, Photoshop

Ganz oft bekomme ich von euch Kommentare in denen ihr mir mitteilt wie sehr euch meine Fotos gefallen. Das freut mich immer tierisch denn ich stecke immer recht viel Zeit in die Planung der Fotos. Meist ist es dann auch so das ich schon ein gewisses Bild im Kopf habe, wie es aussehen soll. Demnach wird dann auch alles ‘aufgebaut’. Genau, aufgebaut muss alles werden…. denn mein OCD geplagter Freund mag es gar nicht wenn überall Zeug rumliegt und schon gar nicht wenn das irgendwelche Holzbretter, Strohhalme, Deckchen oder Besteck sind.

Und weil ihr immer so fleißig kommentiert wie sehr euch meine Fotos gefallen, dachte ich mir ich schreibe mal einen Beitrag darüber wie ich meine Fotos am Computer nachbearbeite.

cover2

Es kann sein dass der Beitrag jetzt nicht für jeden hilfreich ist, da ich alle meine Fotos im RAW-Format mache und es hat ja nicht jeder eine Kamera die Fotos in diesem Format aufnehmen kann.
Ausserdem möchte ich noch erwähnen, das diese Art Fotos zu bearbeiten mein Weg ist. Es gibt zig verschiedene Arten Fotos zu bearbeiten und ich komme mit ACR (Adobe Camera Raw) super zurecht. Ich habe mir das Programm anhand ‘Trial and Error’ selbst beigebracht und bin also kein Profi!
Auf was ich hinaus möchte ist das jeder es anders macht und es kein falsch oder richtig gibt. Am Ende zählt das Ergebnis und so lange es gefällt, ist es egal wie man dahin gekommen ist.

Lisa von Mein Feenstaub hat vor ein paar Monaten einen Beitrag veröffentlicht in dem sie zeigt wie sie ihre Fotos im Photoshop bearbeitet, ohne das RAW nötig ist. Den Beitrag kann ich euch nur ans Herz legen. Hier geht’s zum Beitrag!

Und bevor wir loslegen ein paar Sachen vorweg: ich mache alle Fotos im Tageslicht. Wenn ich weiß ich habe keine Zeit oder Tageslicht um Fotos zu machen, verschiebe ich jegliche Backaktionen auf den nächsten Tag. Zu Beginn meiner Bloggerzeit habe ich auch künstliches Licht benutzt, aber mittlerweile verzichte ich komplett darauf da ich den Gelbstich in den Fotos unschön finde.

Ich wechsle immer zwischen einem 50mm Objektiv und dem ‘normalen’ Standardobjektiv. Im Beispielfoto habe ich letzteres benutzt.

Auf meiner About-Seite hatte ich ja schon erwähnt das ich alle Fotos mit der Canon 700D mache. Zusätzlich nehme ich alle, wirklich alle, Fotos im RAW-Format auf. Das hat den Vorteil, dass ich später am Computer die Belichtung, Weißabgleich und Co. noch ändern kann ohne dass das Bild an Qualität verliert. Das RAW-Format (um die 20MB pro Foto) ist zwar wesentlich grösser als ein JPG-Foto aber damit kann ich leben. Habt ihr eine Spiegelreflex-Kamera dann könnt ihr in den Einstellungen wählen welches Format ihr nutzen möchtet. Bei meiner Kamera kann ich wählen zwischen RAW+L und RAW. Bei RAW+L speichert die Kamera das Foto im RAW-Format und zusätzlich als JPG. Bei RAW wird es nur als RAW-Datei gespeichert.

Die RAW-Dateien bearbeite ich mit Adobe Camera RAW. Am Computer bearbeite ich dann eine Auswahl der Fotos mit Photoshop Elements 11 und Photoshop CS3. Ich möchte mir aber bald noch Adobe Lightroom zulegen. Sollte euch Photoshop CS zu teuer sein, empfehle ich euch Photoshop Elements. PSE gibt es nämlich schon ziemlich günstig und damit habe ich auch angefangen. Mit anderen Programmen, wie Gimp, kenne ich mich leider nicht aus.

before photoafter photo

Beim öffnen des Fotos in ACR (Adobe Camera Raw) sind alle Regler erstmal auf 0. Ausgenommen davon ist die Temperatur und der Farbton. Unter dem Histogramm stehen die Daten des Fotos – also welcher ISO, Blende, Verschlusszeit und welches Objektiv benutzt wurde um das Foto zu machen. Darunter sind drei Tabs. Der erste Tab ist der momentan aktive Tab zum einstellen der Belichtung usw.; daneben ist der Tab zum Schärfen der Fotos, der dritte Tab beinhaltet ein paar Einstellungen (ist aber eher unwichtig).

Ich arbeite mich immer von oben nach unten durch die Regler und erst wenn ich mit den Farben und Belichtung zufrieden bin, schärfe ich die Fotos. Wenn ihr neu zu ACR seid, kann ich euch nur wärmstens empfehlen einfach mal ein wenig an den Reglern herum zu spielen. So seht ihr direkt wie die Regler das Foto verändern und schon bald seid ihr so vertraut mit dem Programm das ihr innerhalb von 2 Minuten ein Foto fertig bearbeitet habt.

Da ich das Essen meist auf einem weißen Hintergrund fotografiere, nehme ich das Histogramm nicht ganz zu ernst. Denn Fotos mit viel weiß (z.B. ein weißer Hintergrund), werden laut Histogramm immer überlichtet sein.
Bei anderen Fotos sollte sich die Grafen des Histogramms in der Mitte befinden, wenn möglich.

Schritt für Schritt

1.) Da das Foto ein wenig gelbstichig ist und das Türkis nicht ganz so aussieht wie im Original, ändere ich zuerst die Temperatur (wird übrigens in Kelvin angezeigt). Hierfür schiebe ich den Regler ein wenig nach links. Würde ich den Regler nach rechts schieben, intensiviert sich der Gelbstich.
adobe camera raw

2.) Als nächstes verändere ich den Farbton ein wenig, damit die Pinktöne nicht ganz so dominant sind. Je mehr der Regler nach links geschoben wird desto grüner wird das Foto. Nach rechts genau das Gleiche nur dass das Foto dann pink wird.

3.) Im nächsten Schritt stelle ich die Belichtung des Fotos ein. Dieser Regler ist wahrlich die beste Erfindung seit Photoshop. Anhand diesen Reglers könnt ihr euer Foto ‘retten’ wenn es stark über- oder unterbelichtet ist. Da ich meine Fotos gern hell habe, schiebe ich den Regler also ein wenig nach rechts. Schiebe ich ihn nach links wird das Bild dunkler. Die Zahlen in den Kästchen stellen eure Belichtungsanzeige in der Kamera dar, wenn ihr diese direkt in der Kamera einstellt.

4.) Als nächstes ist der Kontrast dran. Ich verstärke den Kontrast in den Fotos immer. Egal was. Schiebt ihr den Regler nach links verringert sich der Kontrast. Nach rechts geschoben und der Kontrast wird verstärkt.

5.) Mit dem Highlights-Regler könnt ihr Details in überbelichteten Stellen wiederherstellen.

6.) Da ich im dritten Schritt die Belichtung erhöht habe, vertiefe ich in diesem Schritt die Schatten wieder ein wenig, damit das Foto nicht nur hell ist sondern auch ein wenig Schatten enthält.

7.) Um weißes oder helle Highlights zu intensivieren, schiebe ich hier den Whites– Regler ein bisschen nach rechts.

8.) Wenn man weiß einstellen kann, kann man natürlich auch schwarze Töne vertiefen. Wird der Regler nach links geschoben erscheint schwarzes im Foto intensiver. Nach rechts geschoben und ihr hellt schwarzes auf.

9.) Den nächsten Regler geniesse ich immer ein wenig mit Vorsicht, da der Klarheit-Regler Fotos schnell unecht aussehen lassen kann. Dieser Regler bewirkt das die Ränder im Foto geschärft und deutlicher gemacht werden.

10.) Mein, in diesem Foto letzter Schritt, ist das Einstellen der Dynamik. Die Sättigung lasse ich hier weg, da ich mit den Farben zufrieden bin. Anhand des Dynamik-Reglers kann man die Farben ein wenig intensivieren. Schiebt ihr den Regler nach links verliert das Foto immer mehr an Farbe. Nach rechts geschoben und die Farben werden ein leuchtender.

Wenn ich mit dem Foto glücklich bin, gehe ich zum nächsten Schritt – dem Schärfen des Fotos. Hierfür zoomt ihr zu 100% in das Foto (unten links).

1.) Ich fange wieder ganz oben mit dem ersten Regler an und dieser stellt die Schärfe des Fotos ein. Habt ihr einen sehr hohen ISO verwendet werdet ihr viel “Rauschen” im Foto sehen.

2.) An den nächsten Reglern verändere ich meist nichts und gehe sofort über zum Regler der das Rauschen im Foto verringert. Je höher da die Nummer ist desto mehr wird Rauschen entfernt/ vermindert.

 

Wenn ich damit fertig bin, klicke ich auf ‘Open Image’ und das Foto öffnet sich in Photoshop. Die Veränderungen werden in der CR2-Datei gespeichert, was den Vorteil hat das man das Foto nicht noch einmal komplett neu bearbeiten muss wenn man nur eine Kleinigkeit verändern möchte.

Ich hoffe dieser Beitrag war für ein paar von euch hilfreich. :) Und wenn nicht, dann habt ihr einen kleinen Einblick bekommen wie ich meine Fotos bearbeite. Ich freu mich über eure Kommentare :)

21 Comments

21 Comments on { how I edit my photos }

  1. Anna
    April 11, 2014 at 9:30 am (4 years ago)

    Das ist interessant :D Ich kann ja alles immer automatisch machen, dank Photoshop. Das Programm, was du benutzt kenn ich nich mal. Vielleicht sollte ich es auch mal testen.

    • Anett
      April 11, 2014 at 9:44 am (4 years ago)

      Ja das ist ein Plugin für Photoshop :)

  2. Ela
    April 11, 2014 at 9:53 am (4 years ago)

    Wow, da kann man ja noch einiges lernen.. Verwende zwar ein anderes Programm als du, aber es war trotzdem sehr spannend zu lesen. Danke fürs Teilen deiner Erfahrungen und Tipps!!
    LG
    Ela

    • Anett
      April 11, 2014 at 1:09 pm (4 years ago)

      Schön dass es dir trotzdem gefallen hat :)

  3. Rebecca
    April 11, 2014 at 4:54 pm (4 years ago)

    Ein sehr interessanter Beitrag Anett ;) Lieben Dank!
    LG, rebecca
    icing-sugar.net

    • Anett
      April 12, 2014 at 2:14 pm (4 years ago)

      Gerne :) freu mich dass er dir gefällt :)

  4. CaroliebtCupcakes
    April 11, 2014 at 11:52 pm (4 years ago)

    Super, danke für den Beitrag, kannte das Programm bisher noch nicht.
    Dein Blog gefällt mir sehr gut und ich folge dir jetzt über Bloglovin´ würde mich freuen, wenn dir mein Blog auch gefällt

    Liebe Grüße Caro

    • Anett
      April 13, 2014 at 3:33 pm (4 years ago)

      Liebe Caro, danke für deinen Kommentar. Leider mache ich bei “Ich folge dir, wenn du mir folgst”-Spielen nicht mit. Entweder einem gefällt mein Blog oder eben nicht.

  5. Süßes macht glücklich
    April 12, 2014 at 10:57 am (4 years ago)

    Ein toller Post und danke, dass du dir die Mühe machst,
    alles so schön zu erklären!
    Man denkt ja immer, bei anderen Blogs kommen die Fotos so aus
    der Kamera raus, dabei steckt da echt viel Arbeit und Liebe zum Detail
    hinter jedem Bild!! Echt toll, ich werde mir das mal in Ruhe nochmal anschaun!
    Außer Bilder heller machen kann ich nämlich garnichts…. :D
    Liebe Grüße,
    Marli

    • Anett
      April 12, 2014 at 2:11 pm (4 years ago)

      Danke dir :) Ja am Anfang dachte ich auch “woooow tolle Fotos…sowas will ich auch können”…aber irgendwann schnallt man dass die Fotos nie nie nie so toll aus der Kamera rauskommen. Jeder bearbeitet sie nach… der eine mehr der andere weniger :) Und wenn man solche Programme hat, warum sie also nicht nutzen und das Beste aus den Fotos herausholen?! :)

  6. Andrea
    April 13, 2014 at 9:41 am (4 years ago)

    Jetzt bin ich auch endlich zum Lesen gekommen. Vielen Dank für den tollen Beitrag. Ich nutze Lightroom, funktioniert ähnlich. Hab immer Probleme mit der Farbanpassung, weil ich leider etwas farbenblind bin.

    Liebe Grüße und einen schönen Sonntag
    Andrea

  7. Lisa
    April 13, 2014 at 8:16 pm (4 years ago)

    Großartig!! Ich hab grade erst kürzlich damit angefangen, meine Fotos im RAW-Format zu schießen, und bin echt begeistert über die unendlichen Möglichkeiten… vor allem ohne Qualitätsverlust. Dein Beitrag hilft mir da auch noch mal total weiter, danke für die Mühe, die du dir gemacht hast. :)

    Liebe Grüße und noch einen schönen Sonntagabend
    Lisa

    • Anett
      April 16, 2014 at 3:53 pm (4 years ago)

      Finde RAW auch super :) vielleicht hilft dir ja der Beitrag ein wenig :)

  8. Diana
    April 24, 2014 at 10:18 am (3 years ago)

    Ich fotografiere seit ein paar Wochen auch nur noch in RAW. Und wenn es nur irgendwelche “Party-Fotos” sind, die keine große Bearbeitung brauchen, gibt es ja immer noch den guten alten Bildprozessor zum schnellen Umwandeln ins JPEG! :)

    Liebe Grüße,
    Diana von STILGETREU

  9. Tammy
    April 24, 2014 at 1:09 pm (3 years ago)

    RAW und ich sind inzwischen auch gute Freunde, da kann man so viel aus Bildern noch rausholen, das ist einfach klasse :D

    • Anett
      April 25, 2014 at 10:50 am (3 years ago)

      Find ich auch :) habe von Anfang an alle Fotos in RAW gemacht :)

  10. Ginger
    April 30, 2014 at 9:51 pm (3 years ago)

    Vielen Dank für die detaillierte Anleitung – recht spannend zu sehen, wie das so im einzelnen aussehen kann, das von Dir ausgesuchte Motiv war wirklich sehr hilfreich!
    Echt schöner Blog, vor allem Deine Fotos.
    Liebe Grüße,
    Ginger

  11. Freja
    May 4, 2014 at 12:11 pm (3 years ago)

    Hallo Anett!
    Ich finde deinen Blog großartig und auch, dass Deine Leser absolut recht haben, deine Fotos sind sehr schön (:
    Ich mache es ähnlich wie du und mache meine Fotos ebenfalls als RAW- Dateien. Um sie dann zu “entwickeln” nutze ich PSE. Was mir dabei am wichtigsten ist, ist, dass ich mich um den Weißabgleich nicht kümmern muss :D, weil ich alles hinterher über die farbtemperatur und Farbregler einstellen kann. Ich finde, man kann damit Fotos retten (:

    Aber vielleicht kannst Du mir eine Sache noch erklären, was ist der Unterschied zwischen Schadows und Blacks (und den Highlights und Whites)? Ich habe immer das Gefühl die machen das selbe…

    Und weil ich gerade noch einen anderen Beitrag von Dir gelesen habe: Ich gucke hier noch häufiger rein, um zu sehen ob Du mir geantwortet hast (: Darf ich Dir eine Mail schreiben, um etwas zu plaudern?

    Alles liebe, Freja

    • Anett
      May 4, 2014 at 3:36 pm (3 years ago)

      Hey Freja, danke für deinen Kommentar :) du kannst mir gern eine eMail schicken :)
      Zu deiner Frage: mit Highlights kannst du Details in überbelichteten Bereichen wiederherstellen. Mit Whites stellst du generell die Highlights ein. :) Beim Shadow Regler kannst du Details von unterbelichteten Bereichen wiederherstellen, also genau das Gegenteil von Highlights. :) Mit dem Blacks Regler stellst du die Schatten und unterbelichteten Bereiche des Bildes ein. :)
      Ich hoffe das hilft dir :)
      LG
      Anett

      • Freja
        May 6, 2014 at 7:31 pm (3 years ago)

        Liebe Anett,
        Danke für deine Ausführungen, ich werd das demnächst mal beobachten, ob ich nun den Unterschied zwischen den Reglern erkennen kann (:
        Yey! Dann bekommst du nun eine Mail von mir
        Alles Liebe

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  1. […] Die Fotos habe ich damals noch mit einer Nikon Bridgekamera gemacht und am Computer oft noch Filter draufgelegt.. Mittlerweile nutze ich die Canon 700D und Filter gehören der Vergangenheit an. Wie ich meine Fotos bearbeite könnt ihr hier lesen. […]