Food Photography Part II

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Nachdem mein erster Beitrag zur Food Photography schon eine Weile zurückliegt, wird es Zeit für einen zweiten Teil. Dieses Mal möchte ich euch ein wenig von meinem Weg zur Food Photography berichten, Tipps geben und ein paar meiner alten Bilder zeigen, die ich auf meinem alten Blog veröffentlicht habe.

food photography
Mich erreichen oft Nachrichten und eMails in denen ich gefragt werde wie ich meine Fotos so hinbekomme wie sie sind. Ich danke euch für eure Kommentare und freue mich natürlich dass euch meine Fotos gefallen. Bitte denkt daran, dass ich jetzt seit fast 2 Jahren Essen fotografiere und ich dennoch kein Profi bin. Mir macht es riesigen Spaß, aber ich stecke auch viel Zeit hinein. Mit viel Übung kann jeder seine Fotos verbessern und auch ich habe mal mit richtig ‘unschönen’ Fotos angefangen (siehe weiter unten). Ich mache keine perfekten Fotos und aus den  fünfzig Fotos die ich mache gefallen mir im Durchschnitt sechs bis acht.
Übung macht den Meister! Ich gebe natürlich gern Tipps (sofern möglich), aber was ihr dann daraus macht ist von euch selbst abhängig. Geduld und Liebe zum Detail gehören in ganz großen Portionen dazu! :)
Und denkt auch daran, dass die Fotos nicht so aus der Kamera kommen. Ich bearbeite sie natürlich am Computer nach. Ich arbeite momentan an einem Update zur Fotobearbeitung (mit Lightroom) und hoffe dass ich das bald online stellen kann. :)
red pepper ice cream
Wenn ihr meinen alten Blog gelesen habt, wisst ihr das auch ich mal ‘klein’ angefangen habe. Damals noch mit einer Nikon Bridgekamera und kaum ‘Props’. Ich habe keinen Gedanken verschwendet ob das Licht jetzt gut fällt, ob die Farbe zu dem Kuchen passt oder ob die Dinge im Hintergrund zu nahe am Fokuspunkt stehen.
Das war so Ende 2012/Anfang 2013 und ich weiß auch gar nicht so richtig was der ultimative Auslöser war, der mich dazu brachte meine Fotos verbessern zu wollen. Wahrscheinlich waren es die vielen anderen tollen Blogs die ich las.

‘Das will ich auch können!’ Dachte ich mir und besorgte mir das Buch Plate to Pixel. Nichtsahnend dass der Frust schon bald folgte, den meine damalige Kamera hatte keine manuellen Einstellungen über die im Buch berichtet wurden. Der ganze Anfang des Buches war also völlig nutzlos für mich, erst später im Buch konnte ich auch tatsächlich Sachen finden die ich umsetzen konnte.

Aber der große Wunsch war geboren: eine neue Kamera musste her. Und zwar nicht irgendeine sondern eine Spiegelreflexkamera. Ich begann also jeden Monat Geld zu sparen, damit ich mir zu meinem Geburtstag die heissersehnte Kamera kaufen konnte. Ich habe auch gar nicht lange nach einer Kamera gesucht, denn ich wusste dass ich eine Canon wollte und diese sollte relativ neu auf dem Markt sein. Die Canon EOS 700D war zu dem Zeitpunkt die Neueste im Anfängersegment. Mittlerweile habe ich schon über ein Upgrade zur Canon EOS 60D nachgedacht, aber das Vorhaben jetzt erstmal verschoben. Momentan nutze ich hauptsächlich das 50mm Objektiv von Canon, spare aber gerade schon für das nächste Objektiv. :)
testfotos
Mit der neuen Kamera in der Hand hieß es viel üben. Die Kamera und die Einstellungen kennenlernen, probieren welche Funktion was beeinflusst. Ich habe viel zu den Einstellungen gelesen um zu verinnerlichen was diese eigentlich machen. Gerade am Anfang brachte ich Blende und Belichtungszeit oft durcheinander. Starrte hilflos aufs Display und wusste nicht so recht was ich ändern sollte wenn das Foto überbelichtet war.
Über die Zeit und mit viel Übung wusste ich aber wie ich solche Probleme lösen kann und meine Fotos verbesserten sich stetig.

Tipp #1: Übt so viel ihr könnt! Lernt eure Kamera kennen, probiert verschiedene Lichteinfälle aus, nehmt euch Zeit und analysiert was in dem Foto nicht passt, ob es zu hell oder zu dunkel ist, ist der ISO zu hoch/zu niedrig, die Belichtungszeit zu kurz/lang?! Macht auf jeden Fall auch Testfotos wenn ihr Zeit habt, so seht ihr bereits auf dem Display ob ihr vielleicht etwas schieben müsst, damit man es im Bild sieht. Das erspart Zeit wenn der Teller dann auf dem ‘Set’ steht. Außerdem könnt ihr so schon ISO, Weißabgleich und Co. einstellen!

Habt ihr eine neue Kamera, wisst nicht wie ihr sie richtig bedienen sollt oder möchtet es noch mal erklärt haben, dann kann ich euch folgende Beiträge empfehlen, die die Basics ganz wunderbar erklären. Lisa von Mein Feenstaub hat einen tollen Beitrag zum manuellen fotografieren geschrieben: manuelle Fotografie
Christine hat ebenfalls auf ihrem Blog Juli-Gold eine kleine Übersicht zur manuellen Fotografie erstellt: Automatik aus!
lemons
Um auch mal zu zeigen wie meine Fotos damals aussahen, habe ich ein paar mitgebracht. Es war sehr amüsant sich diese nach all dieser Zeit noch mal anzuschauen und auch herzhaft zu lachen. ;)
cinnamon-rollscupcakes
cupcakes2icecreamsandwich
Tipp #2
Wenn ihr gut mit eurer Kamera ‘auskommt’ (und nicht mit ihr auf Kriegsfuss steht), dann probiert anhand verschiedener Sets, also Unter- und Hintergründe, Tellern, Besteck, Deko aus, was gut zusammenpasst und was nicht. Hier spielen Farben eine wichtige Rolle: welche Farbe hat das Gericht? Welche Farbe passt gut dazu?
Was gefällt euch? Habt ihr Lieblingsfarben die ihr nutzen könnt um in den Fotos eure Persönlichkeit widerzuspiegeln?

Im nächsten Foto habe ich mir z.B. später gedacht dass das Granola in einer anderen Schale besser zum Vorschein kommen würde. Die Farbe der Schale und des Granolas sind fast gleich. Ihr seht also es gibt immer etwas was man im Nachhinein noch verbessern würde, aber das ist Teil des Lernprozesses und beim nächsten Mal kann man besser darauf achten. :)
granola

Und da kommen wir auch zu Tipp #3: möchtet ihr eure Fotografie verbessern, dann solltet ihr ab und zu mal einen Blick auf eure Fotos werfen und analysieren ob euch das Foto immer noch gefällt oder ob es Punkte gibt, die euch nicht mehr gefallen, die ihr beim nächsten Mal anders machen könnt.

Ich mache das ganz oft und versuche einfach viel zu probieren. Das heißt, ich probiere verschiedene Farben, Tücher, Besteck und Hintergründe. Aber auch vor mir macht der Frust keinen Halt, und manchmal bin ich selbst von mir und meinen Fotos genervt. Vielleicht wenn es nicht so aussieht wie ich es mir gedacht habe, oder wenn ich das Gefühl habe das Bild sieht langweilig aus. In diesen Momenten muss ich mich immer daran erinnern, das weniger manchmal mehr ist. Denn oft versuche ich viel zu viel zu machen und überlade die Fotos dadurch. Immer wenn ich das Gefühl habe, ich entwickle mich nicht weiter, nehme ich wieder das Plate to Pixel Buch in die Hand und oft hilft mir das mich wieder selbst zu finden und alles ein wenig lockerer angehen zu lassen. :)

Deswegen habt Spaß beim probieren und lasst euch nicht von dem was andere (“besser”) machen unter Druck setzen. Wir alle haben mal klein angefangen und kochen auch nur mit Wasser!

9 Comments

9 Comments on Food Photography Part II

  1. Yvonne
    August 7, 2014 at 3:25 pm (3 years ago)

    Wieder einmal ein richtig gelungener Beitrag zum Thema Foodphotography! Ich finde es toll, dass du dieses Mal auch ein paar deiner alten Bilder gezeigt hast und denke, dass es für viele Leser gut ist zu sehen, dass jeder mal klein angefangen hat. :)

    • Anett
      August 7, 2014 at 6:33 pm (3 years ago)

      Hi Yvonne, danke dir :) ich wollte dieses Mal zeigen wie ich angefangen habe und dass ich nicht von Anfang an tolle Fotos gemacht habe :)

  2. Daniela
    August 7, 2014 at 4:42 pm (3 years ago)

    Hallo Anett,

    toller Beitrag!

    Mich würde noch interessieren, ob du “Plate to Pixel” weiterempfehlen würdest. Ich hadere noch damit, aber finde es schon ganz spannend. Mich würde daher deine Meinung interessieren. Mir geht’s auch weniger um Einstellungsmöglichkeiten für Kameras als Bild-Kompositionen und Tipps für Food-Styling etc.

    Lieben Dank und viele Grüße,
    Daniela

    • Anett
      August 7, 2014 at 4:47 pm (3 years ago)

      Liebe Daniela,
      Danke für deinen Kommentar, freu mich dass dir der Beitrag gefallen hat.
      Plate to Pixel behandelt auch Komposition und Styling :) sie geht in Buch auf Beispiele ein und erklärt warum sie was gewählt hat. :)
      Kann das Buch auf jeden fall empfehlen…habe es jetzt seit über einem Jahr und schaue immer noch oft rein :)

      Hoffe das hilft dir bei der Kaufentscheidung :)

  3. Solveig
    August 7, 2014 at 5:31 pm (3 years ago)

    Sehr guter Post!
    Normalerweise beschäftige ich mich nicht wirklich mit Foodfotografie, da es in meinem Blog nicht expliziet um Essen geht. Ab und zu habe ich aber schon darüber nach gedacht, ein Rezept zu veröffentlichen, bin aber leider an der Fotografie gescheitert. Deine Beiträge dazu kamen also wie gerufen ;)
    Besonders gut finde ich, dass du den Prozess des Lernens in den Vordergrund stellst! Denn bei so schönen Fotos wie deinen ist es manchmal schwer zu glauben, dass jeder mal klein angefangen hat. Dazu fällt mir überigens ein passendes Zitat von Helmut Newton ein: “Die ersten 10.000 Aufnahmen sind die schlechtesten.”
    In diesem Sinne, mach weiter wie bisher, denn dein Blog ist wirklich super! Und wird bestimmt immer besser werden ;)
    LG,
    Solveig

    • Anett
      August 7, 2014 at 6:32 pm (3 years ago)

      Hi Solveig,
      danke für deinen lieben Kommentar :) Ich fand es wichtig mal zu zeigen, dass ich nicht von Anfang an tolle Fotos gemacht habe sondern lange gebraucht habe um sie so hinzubekommen :) das wird oft vergessen, wenn man sich Fotos anderer anschaut :)

      Liebe Grüße
      Anett

  4. Dani
    August 8, 2014 at 9:07 am (3 years ago)

    Jeder fängt einmal klein an, und in deinem Falle brauchst du noch nicht einmal so bescheiden sein, denn ich finde du hast wirklich professionale Fotos!
    Schön dass du auch deine alten Bilder gezeigt hast. Bei mir muss man auf dem Blog nur von vorne Anfangen und sich einmal von der Eröffnung des Blogs bis jetzt durchklicken, da findest du auch ein paar Lacher dabei! Angefangen mit Fotos vom iPhone, dann mit der Digitalkamera bis ich mir dann meine Spiegelreflex gekauft habe und Anfangs absolut nicht wusste damit umzugehen :D
    Ich hatte schon überlegt immer wieder die Bilder mal zu aktualisieren, dass alles hübsch zueinander passt, aber wozu? Die Wandlung zu sehen hat doch was :D

    Mach weiter so mit deinem hübschen Blog und deinen wunderhübschen Bildern, ich komme immer wieder sehr gerne vorbei!

    ♥allerliebste Grüße
    Dani

  5. Tammy
    August 11, 2014 at 3:31 pm (3 years ago)

    Oh ja üben muss einfach sein! Dauernd und immer und gefühlt ewig :D Langsam komm ich bei mir auch viel besser mit der Kamera zurecht, woran ich jetzt immer scheitere ist der Hintergrund (wird allerdings noch behoben in nächster Zeit). Deine Bilder sind einfach fabelhaft, stimmungsvoll und passen immer zu dem gezeigten Kuchenstück oder ähnliches.

  6. Brinaa
    September 2, 2014 at 5:23 pm (3 years ago)

    Wow toller Beitrag <3
    Ich bin zur Zeit immer mehr dabei leckere Bilder zu machen =) Und bin auf der Suche nach Verbesserungsvorschlägen auf deinem Blog gelandet <3 Ich hoffe ich kann einige Tipps anwenden…Ich über schon ganz fleißig^^ Habe meine Kamera erst seit April =D ÜBEN ÜBEN ÜBEN ^^ Damit mein Blög auch mal so schön wird wie deiner! WEITER SOOO <3

    Wenn du lust hast schau doch mal vorbei =)
    LG Brinaa